von Martina Lasar
Grün ist DIE Farbe des Frühlings, des Wachsens, der Hoffnung und des Lebens überhaupt. Ein Blick auf eine satte, frische grüne Wiese hebt die Stimmung ganz enorm. Grün wirkt beruhigend und entspannend. Wenn man den ganzen Tag am Computer arbeiten muss, ist es für die Augen sehr erholsam, den Blick immer wieder ins Grüne schweifen zu lassen. Grün kommt bei jenen magischen Ritualen zum Einsatz, die Wohlstand, Glück, Fruchtbarkeit und Erfolg zum Ziel haben.
gemischt und komplementär
Grün ist keine reine Farbe, sondern wird aus dem stimmungsaufhellenden Gelb und dem beständigen Blau gemischt. Grün gibt es, je nachdem welches Gelb und welches Blau verwendet wird, in beinahe unendlich vielen Abstufungen – vom kalten Neongrün bis zu einem ganz dunklen, warmen Tannengrün.
Sie haben sicher schon einmal die leuchtend roten Mohnblüten in einer grünen Wiese gesehen. Selbst die kleinste Blüte fällt einem da auf. Das liegt daran, dass Rot und Grün so genannte „Komplementärfarben“ sind. Komplementärfarben entstehen, wenn aus den Grundfarben Rot, Gelb und Blau zwei Farben gemischt werden. Diese Mischfarbe und die über gebliebene Grundfarbe stehen dann in einem Art Spannungsverhältnis zueinander. Einerseits stören sie sich gegenseitig, andererseits verstärken sie sich. Das wird beispielsweise Im Supermarkt ausgenutzt. Man steigert die Wirkung roter Äpfel, indem man sie mit grünem Papier umgibt. Achten Sie einmal darauf!
grüne Länder
Am 17. März ist Grün die herrschende Farbe in Irland und überall dort, wo viele Iren leben. An diesem Tag – dem St. Patrick’s Day – werden sogar die Flüsse grün eingefärbt. Das Symbol des heiligen Patrick ist das grüne Kleeblatt – grün als Symbol für die grüne Natur in Irland, das Kleeblatt als Symbol für die heilige Dreifaltigkeit. Vom vielen Feiern ist so mancher Ire (oder auch Nicht-Ire) am Ende dieses grünen Tages aber eher blau.
Und wussten Sie eigentlich, dass der Name der größten Insel der Erde – Grönland ‑, die heute hauptsächlich von Eis bedeckt ist, daher stammt, dass diese Insel zur Zeit ihrer Namensgebung einmal sehr fruchtbar gewesen sein dürfte?
Farbe der Natur
Beinahe alle Pflanzen enthalten einen grünen Farbstoff, das Chlorophyll. Diesen, auch „Blattgrün“ genannten, Farbstoff brauchen die Pflanzen, um Energie zu erzeugen. Das geschieht in der so genannten Photosynthese. Bei Pflanzen, besonders bei deren Früchten, zeigt uns die Farbe grün an, dass diese noch unreif sind. Auch bei einem unreifen Menschen sagen wir, er sei noch „grün hinter den Ohren“ oder ein „Grünschnabel“.
Grün in der Sprache
Was am „grünen Tisch“ beschlossen wurde, hält der Realitätsprüfung meist nicht lange stand. Im Straßenverkehr verheißt die grüne Farbe der Ampel „freie Fahrt“. Als „grüne Hochzeit“ wird der Tag der eigentlichen Eheschließung bezeichnet. „Grüne Technologie“ verspricht uns Technik, die der Umwelt nicht schadet. Und eine Partei, die sich mit dieser Farbe assoziiert, lässt uns hoffen, dass sie sich für ein gesundes Auskommen mit unseren Ressourcen einsetzt.
Allerdings: Manchmal kommt es auch vor, dass uns jemand nicht ganz grün ist, oder dass wir uns grün und blau ärgern. Wenn Ihre Gesichtsfarbe jetzt ins Grünliche wechselt, dann muss ich Ihnen wohl wieder von angenehmeren Sachen erzählen, damit wieder alles in den grünen Bereich kommt.
Grün in Religionen
Im Christentum steht Grün für die Auferstehung und ist generell die Farbe von Ostern. Grün ist die Farbe des Islam, daher enthalten die Flaggen vieler islamische Länder Grün.
grünes Sprichwort
Auf dass Sie bei Ihren Gartenplänen auf einen grünen Zweig kommen, wünsche ich Ihnen einen grünen Daumen. Denn: “Grau, teurer Freund, ist alle Theorie // Und grün des Lebens goldner Baum.” ‑ Johann Wolfgang von Goethe, Faust I.
